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Grundsätzliches zum Teckel als Jagdhund


Der Teckel als Jagdhund - Einsatzgebiete

Jagdteckel  

Unter Bezugnahme auf die unterschiedlichen Jagdarten ist der Teckel in seiner Eigenschaft als Jagdhund sozusagen das "Schweizer Universal-Taschenmesser" des Jägers, insbesondere des Waldjägers. Damit ist der Teckel neben den deutschen Vorstehhunden eine der vielseitigsten unter den Jagdhunderassen, was ein Blick auf die unterschiedlichen Jagdarten und die dabei mögliche Verwendung zeigt. Allerdings ist der Teckel natürlich genau so wie die sogenannten Vollgebrauchshunde kein vollkommener Allrounder für alle Jagdarten, denn den echten Allround-Jagdhunderasse, die alle Jagdarten gleichermaßen beherrscht, gibt es nicht.

Niederwildjagd 

Die klassische Jagd auf Niederwild, d.h. ohne die Jagd auf Rehwild, ist nicht unbedingt die Domäne des Teckels. Eine Ausnahme ist hier lediglich die Kaninchenjagd.

Hase und Kanin

Sofern die Kaninchenjagd als Baujagd betrieben wird, sind unsere Kleinteckel, d.h. die Kaninchenteckel mit einem Brustumfang bis 30 cm und mit Einschränkungen auch die Zwergteckel (mit einem Brustumfang bis 35 cm die idealen Jagdbegleiter.

Gegenüber dem ebenfalls für diese Jagdart eingesetzten Frettchen bietet der Kleinteckel jedoch unübersehbare Vorteile. So ist er bei der Jagd weitaus berechenbarer als das Frettchen, er ist zudem bringfreudiger, wesentlich zuverlässiger und darüber hinaus auch anderweitig vielseitiger verwendbar.

Neben der Baujagd, bei der entweder das Kanin im Bau abgewürgt und ins Freie gezogen oder aus dem Bau gesprengt und vor die Flinte des Jägers gebracht wird, dient der Kleinteckel auch zum Bergen und wenn nötig Abwürgen von angebleiten Kaninchen, die noch zurück in den Bau flüchten konnten und ohne den Teckel dort eingehen und verludern würden. Damit ist der Kleinteckel bei der Kaninchenjagd auch für die Arbeit nach dem Schuss genauso wichtig und erforderlich wie der große Apportierhund, der dem Jäger das geschossene Kanin, das nicht mehr in den Bau flüchten konnte, bringt.

Wasserarbeit 

Das zweite Einsatzgebiet des Teckels bei der Niederwildjagd ist die Wasserarbeit. Teckel sind im allgemeinen sehr wasser- und apportierfreudig, und so ist der Teckel durchaus in der Lage, die geschossene Ente aus dem Wasser anzulanden. Nichts desto trotz darf man sich vom Teckel hier keine Wunderdinge erwarten. Das Wasser ist nicht der natürliche Lebensraum des Teckels, und für engagierte Wasserjäger gibt es weitaus geeignetere Rassen wie z.B. Retriever oder Vorstehhunde. Wer allerdings nur gelegentlich mal eine Ente schießt und ansonsten keine Verwendung für einen echten Wasserspezialisten hat, der hat auch im Teckel einen wertvollen Helfer.

Stöberjagd - Drück- und Treibjagden auf Schalenwild

StöberarbeitWährend der Teckel bei der Niederwildjagd nur bedingt und der Wasserarbeit nur eingeschränkt brauchbar ist, zeigt er seine Meisterschaft bei den klassischen Jagdarten im Wald, so auch bei der Stöberarbeit, die eines der drei Haupt-betätigungsfelder des Teckels ist, für das dieser aufgrund seiner besonderen Rasseeigenschaften prädestiniert ist.

Dank seiner tiefen Nase entgeht dem Teckel beim Stöbern keine frische Fährte, dank seines ausgeprägten Spurlautes setzt der jeden Jäger in Aufmerksamkeit versetzende Laut schon vor Sichtkontakt mit dem Wild ein, und dank seiner relativ geringen Geschwindigkeit bringt er das Wild langsam, ruhig und ohne Hetze vor die Büchse des durch den Laut alarmierten Jägers. Während der Jäger oftmals beim Einsatz hochläufiger und damit schneller Hunde auf das gehetzte und deshalb gleichermaßen schnelle Wild wahre Kunstschüsse abgeben muss - die dann überdurchschnittlich häufig zu schwierigen und leider auch oft erfolglosen Nachsuchen führen, zieht das Wild - insbesondere das Rehwild - ruhig und ständig verharrend - den Teckel als Belästigung und nicht als ernsthafte Bedrohung sehend - langsam am wartenden Jäger vorbei, der so einerseits ordentlich ansprechen und andererseits ruhig zielen und schießen kann.

Teckel am KeilerDoch nicht nur beim Rehwild, auch bei Hochwild, d.h. bei Rot- und Schwarzwild  zeigt der Teckel sich als wahrer Meister seines Fachs. So wird auch das Rotwild in der Regel mit maßvoller Geschwindigkeit auf die eigenen und vor die Läufe der Jäger gebracht, seltener der Fall, dass sich ein Kapitaler stellt und die Hilfe der Treiberwehr erforderlich ist. Und beim Schwarzwild zeigt sich der Teckel nicht nur als beherzter, sondern vor allem auch als kluger Jagdgefährte. Wenn das Schwarzwild nicht in Bewegung gebracht werden kann, sondern sich einschiebt, wird es vom Teckel solange verbellt, bis es entweder - um der Kläfferei zu entgehen - doch auf die Läufe kommt oder bis Treiberwehr und Durchgehschützen zum Teckel eilen und dann das Weitere veranlassen.

Schweißarbeit

Eines der Haupteinsatzgebiete des Jagdteckels ist unbestritten die Schweißarbeit. Dank seiner schon vom Körperbau bedingt tief sitzenden Nase und seines ihm angewölften Beutetriebs und Finderwillens klebt der gut eingearbeitete Teckel nahezu auf der Schweißfährte und vollbringt dabei meisterhafte Finderleistungen. Und wenn sich auch die Hauptarbeit des Schweißteckels auf die üblichen kurzen Totsuchen beschränkt, so sind lange und schwierige Suchen für den Teckel auch kein Problem. Für den Revierpächter und Begehungsscheininhaber im Schalenwildrevier ist der Teckel der ideale Taschenschweißhund, der mit seiner Nasenleistung - wenn er gut eingearbeitet ist - den echten Spezialisten nahezu ebenbürtig, jedoch wesentlich vielseitiger verwendbar ist.

An seine Grenzen bei der Schweißarbeit stößt der Teckel nur am Ende von Nachsuchen auf verletztes und zugleich noch fluchtfähiges Wild. Zwar ist der Teckel durchaus in der Lage, das Wild am Ende der Fährte im Wundbett zu bannen und er kann auch waidwundes Rehwild abtun - sofern das nachgesuchte Wild jedoch flüchtet erwächst ihm seine geringe Geschwindigkeit, die beim Stöbern noch als Vorteil zu sehen ist, bei der sich an die Nachsuche anschließende Hetze zum Nachteil. In solchen Fällen ist dann beim Schweißhundgespann ein schnellerer hochläufiger Beihund von Nöten - wie er in der Praxis von engagierten Schweißhundeführer neben dem für die reine Schweißarbeit zuständigen Teckel auch oft mitgeführt wird.

Baujagd

 

 
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