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12.01.2008 - Hasenpest im Land

Wie der Informationsdienst Hund und Jagd (huj - Internet: http://www.hundjagd.de) mit Datum vom 09.12.2007 mitgeteilt hat, ist die Hasenpest (Tularämie) in Baden-Württemberg im Kreis Biberach und im Rheintal ausgebrochen.

So wurde das Kreisveterinäramt in Biberach bereits Anfang November 2007 über die Feststellung von Tularämie bei mehreren Personen, die zuvor Kontakt mit einem Feldhasen hatten, informiert. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe scheint mittlerweile davon auszugehen, dass sich der Erreger der Hasenpest, das Bakterium "Francisella tularensis" im Rheintal festgesetzt hat.

Auf Menschen und Hunde wird die Krankheit durch unmittelbaren Kontakt mit erkrankten Tieren, durch Genuss erkrankter Tiere, indirekt ((zum Beispiel durch Staub) oder durch Insektenstiche übertragen. Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt drei bis fünf Tage. Bei rechtzeitigem Erkennen der Krankheit und Behandlung mit Antibiotika verläuft die Krankheit bei Menschen selten tödlich. Hunde scheinen eine hohe, jedoch keineswegs absolute Resistenz gegenüber dem Erreger zu besitzen. Erkrankte Hunde können Krankheitsbilder zeigen, die mit denen der Staupe weitgehend übereinstimmen.

Im Mitteilungsblatt des Landesjagdverbands Baden-Württemberg "Der Jäger in Baden-Württemberg" Ausgabe Dezember 2007 hat der LJV einen Arktikel über die Hasenpest veröffentlicht. Dem LJV scheint die Sache jedoch entweder nicht wichtig genug, um darüber auf der allgemein zugänglichen LJV-Webseite zu berichten oder der LJV ist der Auffassung, dass nur LJV-Mitglieder in den Genuss der Informationen durch den LJV kommen dürfen.

Daher wollen wir hier die wichtigsten Informationen, die wir uns im Internet zusammengesucht haben, zusammenfassen:

Erkrankte Hasen, Kaninchen und Erdhörnchen sowie andere erkrankte Wildtiere (Schalenwild und Füchse) verlieren ihre natürliche Scheu, fliehen nicht und lassen sich leicht einfangen. Ihr Gang ist durch Mattigkeit schwankend und torkelnd. Das vermehrte Auftreten von Fallwild insbesondere bei Hasen ist stets verdächtig, auch werden befallene Tiere häufiger im Straßenverkehr überfahren. Das vermehrte Auftreten von Fallwild sollte stets an Tularämie denken lassen.  Je nach Empfänglichkeit der befallenen Tiere erkranken diese akut mit hohem Fieber, Apathie und Atemnot. Von der Infektion bis zum Verenden können ein bis zwei Wochen vergehen.

Für den Menschen bestehen Infektionsmöglichkeiten durch Haut- oder Schleimhautkontakt mit kranken Tieren (z.B. Blutspritzer beim Ausnehmen, Abbalgen oder Zerwirken und Zubereiten von befallenem Wild sowie durch Biss- und Kratzverletzungen von Hund, Katze oder Frettchen), durch Verzehr von unzureichend erhitztem Wildbret und durch Einatmen oder Verschlucken von Staub-, oder Tröpfchen. Ebenfalls möglich ist eine Schmierinfektion bei der Berührung mit Harn oder Kot, Erde, Stroh, Heu, Wasser, Fellen und Bälgen, eine Infektion durch Biss, Stich und Kontakt mit blutsaugenden Parasiten (Zecken, Mücken, Fliegen) oder durch Schleimhautkontakt mit bzw. Verschlucken von erregerhaltigem Oberflächenwasser.

Beim Umgang mit tularämieverdächtigem Wild (insbesondere Fallwild) ist größte Vorsicht geboten. Zu empfehlen ist das Tragen von Einmalhandschuhen, einer die Augen umschließenden Schutzbrille und einer staubdichten Atemmaske. Verdächtiges Wild (Fallwild genauso wie erlegte Tiere) muss unschädlich beseitigt werden. Das Vergraben oder gar Verbringen auf den Luderplatz ist falsch und gefährlich für den gesamten Wildbestand! Es ist zu empfehlen, vor der Entsorgung Teile von Leber, Milz und evtl. Lymphknoten zu sichern und diese mit der Verdachtsmeldung an die zuständige Veterinärbehörde weiterzugeben. Das Wildbret turarämieverdächtiger Tiere ist für den Genuss untauglich. Der Erreger würde zwar bei entsprechender Zubereitung abgetötet, aber bereits der Umgang mit dem Tier beim Abbalgen, Zerlegen und Zubereiten ist äußerst gefährlich und daher unter allen Umständen zu vermeiden.

Panik ist keineswegs angebracht, da in Deutschland jährlich nur ca. 5-10 Fälle aktenkundig werden. Eine hohe Dunkelziffer wird zwar vermutet, es gibt jedoch keine Schätzungen dazu.

Wir empfehlen daher, einfach nur die Augen offen zu halten, insbesondere bei den im Frühjahr und Herbst für unsere Teckel anstehenden Spurlautprüfungen. Auch sollten alle Kontakte unserer Teckel sowie anderer Hunde und Menschen mit Fallwild und verdächtigem Wild bei Drück- und Treibjagden sowie Stöberprüfungen möglichst vermieden werden.

 
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