Am 10. (Sa) und 11. (So) November fand die vom Landesverband Baden-Württemberg des Verbands für das Deutsche Hundewesen veranstaltete Internationale Rassehundeausstellung in Stuttgart statt, zum ersten Mal auf dem neuen Stuttgarter Messegelände am Flughafen - und zum ersten Mal wurde die Veranstaltung auch als kombinierte internationale und nationale Ausstellung ausgeschrieben, so dass jeweils an beiden Tagen alle Rassen entweder im Rahmen des internationalen oder des nationalen Wettbewerbs zu sehen waren. Für unsere Teckel bedeutete dies, dass sich die Teckel am Samstag im internationalen und am Sonntag im nationalen Wettbewerb befanden. Zum Verständnis sei angemerkt, dass der Unterschied lediglich darin besteht, dass die Siegerhunde in den jeweiligen Klassen bei der nationalen Ausstellung so genannte Anwartschaften zur Erlangung des Titels eines VDH- bzw. DTK-Schönheitschampions erhalten können, während beim internationalen Wettbewerb zusätzlich auch Anwartschaften für den Titel eines Internationalen FCI-Schönheitschampions verteilt werden.

Die Neue Messe Stuttgart, Bildquelle DWH
Die Teckel wurden an beiden Tagen jeweils in zwei Bewertungsringen gerichtet, in einem Ring die Rauhhaarteckel, im anderen Ring zuerst die Kurzhhaar- und anschließend die Langhaarteckel. Zur Bewertung kamen am Samstag insgesamt 102 Teckel, davon 28 Kurzhaarteckel (6 Kt., 8 Zw., 14 T.), 31 Langhaarteckel (9 Kt., 16 Zw., 6 T.) und 43 Rauhhaarteckel (8 Kt., 16 Zw., 19 T.). Zur nationalen Ausstellung am Sonntag waren 87 Teckel gemeldet, darunter 25 Kurzhaarteckel (5 Kt., 8 Zw., 12 T.), 23 Langhaarteckel (9 Kt., 10 Zw., 4 T.) und 39 Rauhhaarteckel (7 Kt., 16 Zw., 16 T.). Die Aussteller kamen von weither angereist, so unter anderem aus Frankreich, Dänemark, Tschechien, Italien und der Schweiz, um ihre Teckel bewerten zu lassen. Die Bewertung erfolgte durch die Richter Iris Steigmüller (Kurz- und Langhaarteckel am Samstag, Rauhhaarteckel am Sonntag) und Dieter Engel (Rauhaarteckel am Samstag und Kurz- und Langhaarteckel am Sonntag).

DWH-Richterin Iris Steigmüller bei der Gebisskontrolle, Bildquelle DWH
Außer Teckeln waren aber auch noch einige andere Hunde zu sehen, insgesamt waren für Samstag 2855 Hunde gemeldet, davon 1722 Hunde im internationalen Wettbewerb (darunter 102 Teckel) und 1133 Hunde im nationalen Wettbewerb. Für Sonntag waren insgesamt 2895 Hunde gemeldet, davon 1625 Hunde im internationalen Wettbewerb und 1270 Hunde im nationalen Wettbewerb (darunter 87 Teckel). Angesichts der hohen Meldekosten, die - wenn ein Hund für beide Tage gemeldet wird - bis zu 75,00 Euro betragen können, ist es verwunderlich, dass so viele Hunde ausgestellt wurden. Man darf dabei allerdings nicht außer Acht lassen, dass wir Teckelfreunde gegenüber den anderen zum Teil deutlich kleineren Rassehundevereinen den unschätzbaren Vorteil haben, eine ausreichend große und flächendeckende Anzahl eigener Zuchtschauen anzubieten und daher nicht unbedingt auf die VDH-Ausstellungen angewiesen sind. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass nur 3,3% der gemeldeten Hunde Teckel waren, während die Teckel bei den Welpen der VDH-Rassehundevereine einen weitaus größeren Anteil von 8,3% haben. Soweit zur Statistik.
Unter dem Dach der "Animal" (Ausstellung für Heimtierhaltung und Tiergesundheit) fanden zeitgleich neben der IRAS auch eine Rassekatzen-Ausstellung und die Landesgefügelschau statt. Wer jedoch einen Teckel mitführte, der konnte sich nur einen kurzen Abstecher zu diesen Ausstellungen erlauben, denn zu stark waren dort die Verlockungen für unsere jagderfahrenen Teckel, denen sie leider an diesem Ort aus verständlichen Gründen nicht nachgehen durften.
Die Anfahrt zum Messegelände bzw. zum Parkhaus war einfach und sehr gut ausgeschildert. Wer sich allerdings nicht genau seinen immerhin 8 Euro teuren Parkplatz gemerkt hatte, der hatte am Ende des Tages leichte Probleme, das Auto wiederzufinden. Dank kurzer Wege von Parkhaus zur Messe und in die Halle zu den Ringen war man dann auch schnell am Ort des Geschehens.
Das gesamte Ausstellungsgeschehen spielte sich in der Messehalle 1 ab, wo es recht eng und gedrängt zuging. Neben den zahlreichen Ausstellungsringen, die wie bei VDH-Ausstellungen üblich zum Zwecke bestmöglicher Raumausnutzung und damit höchstmöglicher Umsatzgenerierung je genutztem Quadratmeter ohne Rücksicht auf Aussteller und Besucher nur durch recht enge Durchgänge voneinander getrennt waren und zum Leidwesen einiger Aussteller, die nicht für eine eigens mitgebrachte Sitzgelegenheit gesorgt hatten, auch nicht bestuhlt waren, drängten sich in der Halle auch noch der Ehrenring und zahlreiche Messestände von Anbietern aller möglichen sinnvollen und meist sinnlosen Futter- und Zubehörartikel rund um den Hund.

Der DWH-Stand im Eingangsfoyer, Bildquelle DWH
So war es denn natürlich auch kein Wunder, dass der Infostand des DWH-Stand wie auch die Infostände der anderen Hundevereine in das weiträumige Eingangsfoyer der Messe ausgelagert wurden. Wenngleich der DWH-Stand damit ein wenig abseits vom eigentlichen Geschehen lag, so war er doch für uns damit eine Oase der Ruhe und Erholung in dem ganzen Gedränge und Ausstellungstrubel. Glänzen konnte der DWH dann neben dem Infostand noch bei der Rassehundevorstellung, die vom Veranstalter allerdings leider in eine Ecke auf der oberen Tribüne verbannt wurde, wo es ebenfalls recht eng zuging. Zu den Höhepunkten für den Besucher zählte neben den Bewertungen der Teckel in den Ringen dann noch am frühen Sonntagnachmittag eine Vorführung der Neckar-Enz-Minis, der Kindergruppe der DWH-Sektion Neckar-Enz.

Die Vorführung der Neckar-Enz-Minis, Bildquelle DWH
Fazit: Egal ob als Aussteller oder Besucher, festes und bequemes Schuhwerk ist das Wichtigste. Dazu empfiehlt es sich, eigene Verpflegung mitzubringen, damit man sich nicht im Falle von Durst und Hunger in eine der ewig langen Schlangen vor den wenigen Verpflegungsständen einreihen muss, um sich dann dort mit minderer Qualität, die messebedingt knapp unter der Wuchergrenze beim Doppelten der üblichen Preise liegt, zu verpflegen. Wer dann noch als Aussteller gezwungen ist, den ganzen Tag um den Ausstellungsring herum zu verbringen, bis endlich gegen Ende des Veranstaltungstages die Ahnentafeln ausgegeben werden, der sollte auch für eine Sitzgelegenheit sorgen, denn ansosten steht man sich an einem so langen Tag dann doch die Beine in den Bauch.
Die Sektion war hauptsächtlich durch den Vorstand vertreten. So wurde die Ausstellung an beiden Tagen durch die Jagdhornbläser unseres Kassiers Helmut Eberle stimmungsvoll eröffnet. Weit weniger stimmungsvoll waren dann die Plattitüden in den Eröffnungsreden der wegen der Presse anwesenden Lokalpolitiker, die zwar sonntagsredenmäßig wie bei solchen Gelegenheiten üblich die großen gesellschaftlichen Verdienste des Hundewesens einschließlich der positiven Auswirkungen auf Fitness und Gesundheit der Hundehalter herausstellten, ohne jedoch ein Wort darüber zu verlieren, wie Hundehalter im täglichen Leben durch Verbote, Verordnungen und Hundesteuer vom Land und den Kommunen schikaniert und finziell geschröpft werden.
Unter den gemeldeten Teckel war zwar leider nur ein Sektionsdackel, und zwar unsere kleine Vorstandsdackelhündin Qundry vom Erbprinz, sie war jedoch recht erfolgreich. So erhielt sie in der Jugendklasse der Kurzhaar-Zwergteckel am Samstag ein V1 nebst Jugendanwartschaften und dem Titel VDH-Sieger Baden-Württemberg und am Sonntag ein V2.

Erfolgreicher Sektionsdackel Qundry vom Erbprinz mit Pokal
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