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Naturarbeit - Stöbern im Jagdbetrieb
Zu einer herbstlichen Stöberjagd am Sonntag, dem 18. November hatte unser Mitglied Erich Lörcher zusammen mit seinen Jagdkameraden nach Bad Teinach-Rötenbach eingeladen. Da in den Tagen vorher für uns alle überraschend der erste Schnee fiel - und zwar reichlich - wurde aus der herbstlichen eine winterliche Stöberjagd. Was für uns als Teckelführer bei entsprechend angepasster Garderobe kein Problem war, war auch entgegen ersten Bedenken überhaupt kein Problem für unsere passionierten Teckel, denen der zum Teil recht tiefe Schnee überhaupt nichts ausmachte.
Und so waren vier Teckel angetreten, um sich unter den wohlwollend-kritischen Richteraugen der DWH-Gebrauchsrichter Erich Lörcher und Anja Haan das begehrte Leistungszeichen "Stöbern im Jagdbetrieb" zu verdienen. Erstaunlich war, dass drei der vier Teckel kurzhaarige Vertreter ihrer Rasse waren, womit die Kurzhaarteckel, die bei den Wurfzahlen nur knapp 10% der Welpen stellen, hier mit 75% deutlich überrepräsentiert waren.

Abmarsch der Treiberwehr ins Revier unter Führung von Erich Lörcher
Nach der Begrüßung der Jagdteilnehmer durch die Revierinhaber und den DWH-Präsidenten und der anschließenden Einweisung von Schützen und Treibern durch den Jagdleiter Christoph Lörcher bezogen die Jäger die ihnen zugewiesenen Stände und die Treiberwehr machte sich mit den zur Prüfung angetretenen Teckeln, deren Reihenfolge beim Stöbern zuvor noch ausgelost wurde, unter Führung von Erich Lörcher auf zum ersten Treiben.

Gruppenbild der Treiberwehr
Während sich Erich Lörcher noch erkundigt, ob die Schützen ihre Stände bezogen haben, sammelt sich die Treiberwehr zu einem - so wurde gefrotzelt - letzten Foto auf dem alle Treiber noch gesund und munter und nicht von den Ansitzjägern beschossen worden sind. Dann geht es los, die Treiberwehr geht in Stellung und rückt langsam in den verschneiten Winterwald vor.

Unsere Gebrauchsrichter Anja Haan und Erich Lörcher
Als erster Teckel darf der Rauhhaarrüde Amigo vom Mühlbächle, geführt von seinem Besitzer Timo Schlestein aus Löwenstein sein Glück versuchen. Wacker geht der Teckel voran, uns nach kurzer Zeit ist schon der Laut zu hören. Erst kurz, dann wieder anhaltend, dann wieder kurz aussetzend, dann wieder anhaltend. Es ist, auch wenn man nichts sieht, genau zu hören dass der Teckel Rehwild vor sich hat und wo er jagt. Und so geht es anhaltend und in weitem Bogen weg von der Treiberwehr, bis der Laut verstummt bzw. von der Treiberwehr nicht mehr wahrgenommen wird.
Während Amigo sich so immer weiter von der Treiberwehr entfernt, wird auf Anweisung der Richter der zweite Teckel geschnallt und losgeschickt, es ist der Kurzhaarzwerg Attila vom schwarzen Keiler, der anfangs noch ein wenig zögert, dann aber, als er merkt, dass er darf, loslegt und nach vorne stürmt. Doch nichts ist zu hören, und schon nach relativ kurzer Zeit kehrt er unverrichteter Dinge zurück zur Treiberwehr. Dann geht er hinter die Treiberlinie, und kurz ist zu sehen, dass er wohl eine Spur aufgenommen hat, bevor er wieder im verschneiten Wald verschwindet. Dann endlich ist der Laut zu hören, zuerst kurz, dann anhaltend, dann verstummt der Laut wieder, und nach einiger Zeit hat sich Attila dann auch wieder bei der Treiberwehr eingefunden. Er hatte, so wurde später von einem dann der ansitzenden Jäger berichtet, ein Stück Rehwild gefunden und dieses laut jagend durch den Wald bis über eine Lichtung verfolgt, dann aber im hohen Schnee resignierend feststellen müssen, dass das Reh doch deutlich schneller ist und deshalb die Verfolgung abgebrochen.
Als dritter Teckel kam dann die Kurzhaarhündin Bea vom Zankbaum, geführt von Werner Eckstein aus Oberndorf an die Reihe. Sie konnte nach kurzer Zeit, wie zuerst unschwer zu hören und dann anhand der Spuren auch leicht feststellbar war, einen Hasen hochmachen, den sie lauthals und weit verfolgte, bis sie die Spur verlor. Sie stöberte dann noch recht weiträumig und fand, wie dem entfernt zu hörenden Laut entnommen werden konnte, noch weiteres Wild, bevor sie sich dann wieder bei der Treiberlinie einfand.
Nachdem die ersten drei Teckel schon recht schnell gefunden hatte, konnte so im ersten Treiben dann auch noch der vierte Teckel, die Kurzhaarhündin Bora von der Thomasquelle, die ihren Einsatz kaum mehr erwarten konnte und vom DWH-Präsidenten Günther Lemanczyk aus Bad Rappenau geführt wurde, gescbnallt werden. Auch sie zeigte mit einer ausdauernden, weiträumigen und erfolgreichen Suche eine reife Leistung, so dass alle vier angetretenen Teckel bereits im ersten Treiben ihre Passion und ihr Können unter Beweis stellen konnten.
So erfolgreich die Teckel beim Stöbern bis dahin auch waren, der einzige bis zum Ende des ersten Treibens erfolgte Rehwildabschuss fand digital aus der Treiberwehr heraus statt.

Ein von der Treiberwehr überlaufenes Stück Rehwild geht hinter den Treibern ab
Nachdem im zweiten Treiben, bei dann alle mitgeführten Hunde geschnallt werden konnte, auch kein Wild zur Strecke kam, endete der Jagdtag dann mit dem dritten Treiben doch noch versöhnlich für die Jäger, der Jagdleiter Christoph Lörcher konnte noch ein von den Hunden aufgestöbertes Stück Rehwild zur Strecke bringen.
Nach gut vier Stunden Jagd ging es dann im Anschluss zum Schüsseltreiben in den Hirschen nach Würzbach, wo die beiden Gebrauchsrichter Anja Haan und Erich Lörcher den vier angetreten Teckeln
- Amigo vom Mühlbächle, V0601509R
Züchter Wolfgang Schäfer, Obersulm, Bes./Führer Timo Schlestein, Löwenstein
- Attila vom schwarzen Keiler FCI, 03K7806K/Zw
Züchter/Bes./Führer Wolfgang Herresthal, Horb a.N.
- Bea vom Zankbaum, 07T00003K
Züchter/Bes./Führer Werner Eckstein, Oberndorf
- Bora von der Thomasquelle, 0500504K,
Züchter/Bes. Gisela Lemanczyk, Bad Rappenau, Führer Günther Lemanczyk, Bad Rappenau
das Naturleistungszeichen "Stöbern im Jagdbetrieb / StiJ" verliehen. Ein herzliches Weidmannsheil allen Teckeln und ihren Führern wie auch den Schützen und den anderen Hundeführern und Treibern. Neben dem individuellen Erfolg der einzelnen Teckel war die Jagd ein besonders großer Erfolg für die Sache der Jagdteckel, denn unsere kleinen Freunde konnten an diesem Tag alle anwesenden Jäger von der Leistungsfähigkeit unserer kleinen Jagdkameraden beim Stöbern zweifelsfrei überzeugen. Weidmannsheil!
Erfolgreiches Ende eines Jagdtages: Ein Reh und 4 x das Lz "Stöbern im Jagdbetrieb"
Naturarbeit - Baujagd in Deckenpfronn
Unter der Führung von Peter Christian fand zeitgleich zur Rötenbacher Stöberjagd in Deckenpfronn eine Fuchsjagd statt. Acht Bauten galt es durch die beiden Rauhhaarteckel Fritz von der Bettelgasse und Alf von Toggenburg unter den Augen des Gebrauchsrichters und DWH-Ehrenmitgliedes August Christian und seines Mitrichters Klaus Hörmann, stellv. Kreisjägermeister der KJV Böblingen, zu bejagen. Die Jagdgöttin Diana war den Jägern und Hundeführern gewogen, und so konnten aus den acht kontrollierten Bauten neun Füchse gesprengt und davon sieben Füchse erlegt werden.
Damit erhielten die beiden leistungsstarken Teckel Fritz von der Bettelgasse (B/F Willi Hähnle) mit fünf gesprengten Füchsen und Alf von Toggenburg (B/F Gert Wittlinger) mit vier gesprengen Füchsen von den beiden Richtern das begehrte Leistungszeichen Bauhund Natur / Fuchs (BhN/F) im Wege der Direktvergabe zuerkannt.

Das Ende eines erfolgreichen Baujagdtages - sieben Füchse - Foto: Gisela Hähnle
Zum Schluss nochmals Dank an die Gebrauchsrichter, die sich die Zeit zur Bewertung unserer Teckel genommen haben und an die Revierinhaber in Rötenbach und Deckenpfronn, die uns die Möglichkeit gaben, unsere Teckel erfolgreich im Jagdbetrieb - sei es bei Stöbern, sei es bei der Baujagd - zu führen. Den Richtern und Revierpächtern wie auch den erfolgreichen Schützen und den Teckelführern ein herzliches Weidmannsheil!
Mehr Bilder vom praktischen Jagdeinsatz unserer Teckel in unserer Bildergalerie
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